Handschmeichler als Designobjekt
Ein "Handschmeichler" ist ein altmodisches Wort für ein Objekt, das man gerne in der Hand hält — nicht weil es etwas muss, sondern weil es sich gut anfühlt. Ein Kieselstein in der Jackentasche, eine glatte Münze, ein Stück Holz. Es ist eine Kategorie, die nicht nach Funktion fragt, sondern nach Taktilität.
Wenn Taktilität zur Funktion wird
Wir finden: ein Objekt, das sich gut anfühlt, hat bereits eine Funktion. In einem Alltag, der zunehmend aus Glasflächen und Notifications besteht, ist ein Stück Materie in der Hand ein kleiner Akt der Erdung. Deswegen nehmen wir den Begriff "Handschmeichler" wörtlich — als Entwurfsaufgabe.
Gutes Anfassen ist kein Zufall. Es ist eine Entscheidung über Material, Gewicht und Kanten.
Worüber wir beim Entwurf nachdenken
Drei Dinge entscheiden über das Anfassen: das Material (warm oder kalt, glatt oder griffig), das Gewicht (deutlich genug, um da zu sein, leicht genug, um nicht zu stören) und die Kanten (gerundet genug, um nicht zu drücken). PLA ist warm, leicht und lässt sich mit passender Schichthöhe fast glatt drucken. Dazu kommt die Bewegung — ein Objekt, das reagiert, wenn man es bewegt, fühlt sich lebendiger an als eines, das nur stillhält.
Designobjekt oder Spielzeug?
Beides. Ein Objekt, das auf einem Schrank gut aussieht und in der Hand gut funktioniert, muss sich nicht entscheiden. Wir sehen keinen Widerspruch zwischen Ästhetik und Funktion — sondern eine gemeinsame Aufgabe.